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Der Heli ist ready ! Bist Du es auch ?

RTF Ready to Fly Heli Start Button auf heli-planet.com
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Begriffserklärung RTF, ARF, BNF

RTF » Ready To Fly » flugfertig, flugbereit (= RTR » Ready To Run)

RTF Modelle versprechen: "Out of the box" fliegen zu können - also auspacken und losfliegen! Sender und ein Empfänger sind im Paket enthalten. Der Heli sowie Sender und Empfänger sind bei einem RTF Modell bereits flugfertig eingestellt.

Ein RTF Modell eignet sich dadurch bestens zum Einstieg in dieses Hobby. Das bedeutet allerdings, dass man sich trotzdem ausführlich mit der Anleitung auseinandersetzen sollte, bevor man mit einem RTF Modell fliegt.

Außerdem gilt: "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser!". Denn nicht selten sind bereits nach wenigen Minuten Flug ungesicherte Schrauben gelockert oder sogar verloren. Manchmal kommt es zu Schlimmerem!

Nicht selten muss man auch die Sendereinstellungen auf die eigenen Wünsche und Gegebenheiten anpassen.

ARF » Almost Ready to Fly » Fast flugfertig

ARF Modelle bestehen aus vorgefertigten Baugruppen, nicht selten aus der komplett vormontierten Mechanik mit mehr oder weniger vollständigen Elektronik- und Elektro- Komponenten. Ein Sender und Empfänger ist in der Regel nicht vorhanden. Man sollte vor dem Kauf genau hinschauen, was im Paket wirklich enthalten ist und was noch angeschafft werden muss.

BNF » Bind 'n Fly » Binden und Fliegen

Ein BNF Modell ist in der Regel mechanisch fertig aufgebaut und komplett verkabelt. Ein Empfänger ist bereits integriert. Dieser muss jedoch noch an einen kompatiblen Sender gebunden werden, der nicht Bestandteil des Paketes ist. Die Sendereinstellungen müssen ebenfalls noch vorgenommen werden. Oftmals findet sich in der Beschreibung eine Tabelle mit den im Sender einzustellenden Werten.




RTF in der Praxis

Auch wenn RTF Modelle bereits flugfertig eingestellt sind, bedeutet das noch lange nicht, dass man ohne Vorbereitung losfliegen kann! Das nötige Wissen sollte man sich schon angeeignet haben. Es gilt hier die Regel: "Wenn nicht alle relevanten Fragen beantwortet sind, dann wird nicht geflogen."

Bist Du selbst auch Ready to Fly?
Aus Sicherheitsgründen sollte man genau wissen, was man tut! Herumprobieren ohne zu wissen was genau passiert, kann schnell gefährlich werden.


RTF - selbst gemachte Erfahrungen


Der online erworbene RC Hubschrauber war nach scheinbar unendlich langem Warten endlich da. Sofort auspacken - war doch klar! Der Heli war bereits fertig montiert. Nach dem Einlegen der Batterien in den Sender *, quittierte dieser seine Bereitschaft nach dem Einschalten mit einem Piepton und der Anzeige von unverständlichen Daten auf dem Display.
Der Flugakku wurde sofort geladen und eigentlich sollte dem Erstflug nun nichts mehr im Wege stehen.

* (Sender die Batterien statt Akkupacks benötigen, kaufe ich heute nicht mehr)

Bei RTF

Helis sollte man eigentlich davon ausgehen können, dass alles schon entsprechend flugfertig eingestellt ist. In der Praxis sieht das manchmal jedoch anders aus. Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser!
Daher habe ich meinen neuen RTF Heli zunächst einmal ganz genau unter die Lupe genommen und folgende, teils überraschende Feststellungen gemacht:

Von RTF keine Spur! Das hätte schnell ins Auge gehen können. Ich möchte hier erwähnen, dass es durchaus vorbildliche RTF Modelle gibt, die wirklich aus der Box heraus flugbereit sind. Aber darauf kann man sich nicht verlassen.




Vor dem Erstflug mit einem RTF Modell

Trotz RTF müssen bestimmte Punkte vor der Inbetriebnahme des Helikopters überprüft werden.

Bei Arbeiten am Heli mit angestecktem Antriebsakku IMMER mindestens zwei der drei Kabel vom Motor trennen!

Kontrolle der gesamten Mechanik

Alles muss auf festen Sitz und korrekte Einbaulage kontrolliert werden. Sind die Schrauben alle fest und mit mittelfester (Loctide 243) Schraubensicherung gesichert? Auch nach dem Flug müssen die Schrauben erneut kontrolliert werden, da sie sich durch Vibrationen sehr schnell lösen können, wenn sie nicht mit Schraubensicherung gesichert sind.

Loctide 243 Schraubensicherung

Schwerpunkt kontrollieren und ggf. trimmen

Da wir die Masse des Helikopters und damit sein Abfluggewicht möglichst gering halten wollen, sind Trimmgewichte zum Ausbalancieren des Schwerpunktes nur ein fauler Kompromiss und somit von vornherein am Heli Tabu! Trimmgewichte als Notlösung hat ein guter Modellbauer nicht nötig!

Idealerweise verändert man zum Einstellen des Masseschwerpunktes die Position des Antriebsakkus, und damit dessen Gewichtsverteilung demntsprechend. Eventuell muss der Schwerpunkt durch Verlagern von anderen Komponenten, wie Regler usw. verändert werden.

Ein hecklastiger Paddelheli würde beispielsweise eine Hecklastigkeit immer durch Senken des Hecks anzeigen. Der Pilot müsste am Sender gegensteuern bzw. trimmen, um die Hecklastigkeit auszugleichen. FBL Systeme gleichen eine Unbalance in weiten Grenzen aus, ohne dass der Pilot es unmittelbar bemerkt.

Wer den Schwerpunkt seines Modellhelikopters vernachlässigt, der sollte sich nicht über schlechte Flugeigenschaften und stark verkürzte Flugzeiten wundern.

So geht die Schwerpunktkontrolle am Modellheli .

Rotorblätter wuchten/ balancieren

Die beste Methode ist, Rotorblätter dynamisch auszuwuchten. Dazu fehlt uns jedoch in unserer Hobbywerkstatt das nötige Equipment. Hochwertige CFK/ GFK Rotorblätter sind von Werk aus gewuchtet und manchmal sogar durch eine Identifikationsnummer auf beiden Rotorblättern gekennzeichnet. Blätter mit derselben ID-Nummer gehören immer zusammen. Da braucht nichts mehr gewuchtet zu werden! Holzblätter hingegen müssen kontrolliert werden, da sie Feuchtigkeit aufnehmen und sich zudem verziehen können. In solchen Fällen nehmen wir uns eine Rotorblattwaage zur Hand. Auf eine passende Lagerung auf ebener Fläche bzw. frei an der Blattwurzel hängend sollte immer geachtet werden.

Rotorblätter richtig anschrauben

Die Rotorblätter richten sich durch die Fliehkraft während des Hochlaufens bei steigender Drehzahl von allein aus. Die Schrauben der Rotorblätter müssen so fest angezogen werden, dass man die Blätter noch von Hand im Blatthalter bewegen kann. Sind die Rotorblätter jedoch zu fest angezogen, richten sie sich erst bei höherer Drehzahl endgültig aus! Das äußert sich dann durch Vibrationen bzw. Schütteln des Helikopters beim Hochfahren der Drehzahl. Oft macht bereits eine viertel bis halbe Umdrehung der Blatthalterschraube einen spürbaren Unterschied aus. Sind die Schrauben zu locker, dann können die Blätter bei ruckartigem Andrehen des Rotors oder auch beim Abstellen des Motors umschwenken und unter Umständen den Heli beschädigen.

Regler ohne Sanftanlauf sollten genau aus diesem Grunde an RC Helis keine Verwendung finden!

Das Geraderichten der Blätter vor dem Einschalten des Antriebes ist ebenfalls Pflicht!

Anlenkungen kontrollieren

Alle Anlenkungen, Kugelköpfe/ -Pfannen und ihr Spiel sollten vor dem Start kontrolliert werden. Kugelgelenke sollten immer leichtgängig sein, jedoch nicht zu locker sitzen. Bei leichter Schwergängigkeit hilft etwas Silikonöl, in der Regel ist keine Schmierung der Gelenke nötig.

Gerade bei den kleineren Helis können schwergängige Gelenke zu starken Beeinträchtigungen der Flugeigenschaften führen!

Modellkontrolle

An dieser Stelle nochmal der Tipp für Fernsteuersender mit Modellspeicher, nach dem Einschalten des Senders immer das ausgewählte Modell kontrollieren ! Viele Crashs passieren nur, weil nicht das passende Modell am Sender ausgewählt ist!

Die Modell- Kontrolle führt man vor jedem Flug aus!

Probelauf ohne Rotorblätter

Bevor man den Helikopter überhaupt das erste Mal mit dem Antriebsakku verbindet bzw. den Motor startet, sollte man einen Testlauf ohne Rotorblätter durchführen. Dazu auch die Heckrotorblätter demontieren! Ohne Rotorblätter ist die größte Gefahr ausgeschaltet und man kann alle Funktionen testen - auch die Failsafe Funktion Sender Einstellung Failsafe

Vorsicht ist jedoch auch hier geboten, da sich Teile mit hoher Geschwindigkeit drehen. Wenn alles passt und funktioniert, dann können die Blätter angebaut werden.

Spurlauf kontrollieren und ggf. einstellen


Ist alles richtig montiert und sind die Gestängelängen zu allen Rotorblättern identisch, dann stimmt normalerweise auch der Spurlauf der Rotorblätter. Zumindest wenn die vorhergehenden Tipps beachtet wurden und Drucklager, Welle, Rotorblätter, Antrieb u.a. technisch in einwandfreiem Zustand sind.

Zur Spurlaufkontrolle hebt man den Heli mit moderater Drehzahl vom Boden ab. Während des Fluges kontrolliert man, ob die Rotorblätter höhenmäßig exakt in der selben Spur laufen.



Laufen alle Rotorblätter in der selben Spur, dann ist alles in Ordnung.

Falls nicht, dann müssen die Gestängelängen am Rotorkopf durch Ein- oder Ausdrehen eines der Kugelgelenke geringfügig verändert werden. Dazu reicht je nach Höhe der Spurlaufabweichung manchmal schon eine Umdrehung. Bitte immer nur kleine Veränderungen machen! Hat der Spurlauf sich verbessert, war sie Verstellung in die richtige Richtung. Ansonsten wird die Verstellung wieder rückgängig gemacht und in die entgegengesetzte Richtung verstellt - solange bis es passt. Natürlich sollte man das zu verstellende Blatt vorher markieren, damit man auch noch nach einem weiteren Probelauf feststellen kann, welches Blatt verändert wurde.

Kreiselempfindlichkeit kontrollieren (Gyro)

Wie die Einstellung und Justierung des Kreiselsystems inklusive Heckrotor funktioniert, das kannst Du unter Gyro/ Kreisel nachlesen.

Bist Du auch selbst RTF? Dann kann's losgehen.

Der anschließende Erstflug sollte nach Abarbeiten der Kontrollpunkte ohne Zwischenfälle funktionieren. Lieber etwas Zeit und Arbeit investieren als hinterher vor einem Trümmerhaufen zu stehen. Das Fliegen ist dann Herausforderung genug, man muss nicht noch sein Glück herausfordern.


Propellermoment am Modellhelikopter Soundmodule in Flugmodellen 



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