Drehzahlrechner für RC-Helikopter. Mit diesem Werkzeug lässt sich die Rotorkopf-Drehzahl eines elektrisch angetriebenen Modells mit einstufigem Hauptgetriebe abschätzen. Benötigt werden Motor-kV, Akkuchemie und Zellenzahl sowie die Zähnezahl von Motorritzel und Hauptzahnrad. Ein einstellbarer Lastfaktor berücksichtigt, dass ein Motor unter realer Last und mit sinkender Akkuspannung seine theoretische Leerlaufdrehzahl nicht vollständig erreicht.

Online-Rechner

Rotorkopf-Drehzahl berechnen

Die Beispielwerte können direkt überschrieben werden. Das Ergebnis aktualisiert sich automatisch.

Akkuspannung22,2 V
Motordrehzahl theoretisch26.640 U/min
Untersetzung9,33 : 1
Rotorkopf-Drehzahl geschätzt2.426 U/min

Formel für Motordrehzahl, Übersetzung und Rotordrehzahl

Einstufige Berechnung

Motordrehzahl = Motor-kV × Zellenspannung × Zellenzahl

Untersetzung = Hauptzahnrad ÷ Motorritzel

Rotorkopf-Drehzahl = Motordrehzahl × Lastfaktor ÷ Untersetzung

Der Lastfaktor wird als Dezimalwert eingesetzt: 85 % entsprechen 0,85. Das Resultat ist eine Schätzung und keine Messung.

Bei 1.200 kV, einem 6S-LiPo mit 22,2 V Nennspannung, 112 Zähnen am Hauptzahnrad und einem Ritzel mit 12 Zähnen ergibt sich eine theoretische Motordrehzahl von 26.640 U/min. Die Untersetzung beträgt 112 ÷ 12 = 9,33. Mit einem Lastfaktor von 85 % ergibt der Rechner rund 2.426 U/min am Rotorkopf.

Die Rechnung für ein einstufiges Zahnradgetriebe entspricht dem Vorgehen, das auch die BEASTX-Dokumentation zur Getriebeuntersetzung beschreibt: Zähne des Hauptzahnrads geteilt durch Zähne des Motorritzels. Für einen Riemenantrieb gilt dasselbe Verhältnis aus getriebenem und treibendem Rad, sofern keine weitere Stufe dazwischenliegt.

Welche Werte gehören in den Drehzahlrechner?

EingabeBedeutungWo findet man den Wert?
Motor-kVTheoretische Umdrehungen je Minute und Volt im LeerlaufDatenblatt oder Beschriftung des Motors
HauptzahnradGroßes Zahnrad auf dem Weg zur HauptrotorwelleErsatzteilliste, Bauanleitung oder Zähne zählen
MotorritzelKleines Zahnrad direkt auf der MotorwelleRitzelbeschriftung, Teileliste oder Zähne zählen
AkkuLiPo oder LiFe und die in Reihe geschaltete ZellenzahlAkkuetikett; 6S bedeutet sechs Zellen in Reihe
LastfaktorAnnäherung für Spannungseinbruch, Motorlast und VerlusteAls Schätzung wählen und später durch Messung prüfen

Nennspannung oder voll geladene Akkuspannung?

Der Rechner verwendet bewusst die Nennspannung von 3,7 V je LiPo-Zelle beziehungsweise 3,3 V je LiFe-Zelle. Damit eignet sich das Ergebnis besser als reproduzierbarer Planungswert. Mit der höheren Ladeschlussspannung würde die theoretische Anfangsdrehzahl berechnet, die nur kurz nach dem Start anliegt. Unter Last sinkt die Spannung zusätzlich abhängig von Akku, Strom, Temperatur und Innenwiderstand.

Wer die Drehzahl zu einem bestimmten Zeitpunkt genauer abschätzen möchte, kann Motor-kV und reale Packspannung getrennt nachrechnen. Für die Auswahl von Ritzel und Hauptzahnrad ist der Nennspannungswert mit einem nachvollziehbaren Lastfaktor meist die transparentere Ausgangsbasis. Ein Governor kann die Drehzahl innerhalb seiner Leistungsreserve stabilisieren, aber keine fehlende Spannung oder ungeeignete Übersetzung ausgleichen.

Warum berechnete und gemessene Drehzahl abweichen

  • Motor-kV ist ein Kennwert: Fertigungstoleranz, Temperatur und Betriebspunkt beeinflussen die tatsächliche Drehzahl.
  • Der Akku ist keine ideale Spannungsquelle: Unter Last fällt die Spannung ab; ein gealterter oder kalter Akku kann stärker einbrechen.
  • Antrieb und Lager verursachen Verluste: Zahneingriff, Riemenspannung, Lagerung und Schmierung beeinflussen den Wirkungsgrad.
  • Regler und Governor benötigen Reserve: Eine zu hohe Sollvorgabe lässt kaum Spielraum zum Nachregeln.
  • Rotorlast verändert sich: Blattprofil, Pitch, Modellgewicht und Flugstil wirken direkt auf den Antrieb.

Darum bezeichnet der Rechner sein Ergebnis als geschätzte Rotorkopf-Drehzahl. Die tatsächliche Drehzahl wird mit einem geeigneten Drehzahlmesser oder einer korrekt eingerichteten Drehzahl-Telemetrie aus sicherer Position geprüft. Die Scorpion-Antriebshilfe zum Head-Speed-Calculator ordnet ebenfalls Motor, Übersetzung und Rotorkopfdrehzahl als zusammengehörige Größen ein.

Ritzel wählen: Was verändert ein Zahn mehr oder weniger?

Ein größeres Motorritzel verringert die Untersetzung und erhöht die theoretische Rotordrehzahl. Zugleich steigt die Belastung des Motors; Stromaufnahme und Temperatur können zunehmen. Ein kleineres Ritzel erhöht die Untersetzung, senkt die Kopfdrehzahl und kann dem Antrieb mehr Drehmomentreserve geben. Die Änderung wird nicht allein nach dem Rechenergebnis entschieden: zulässige Ritzelgrößen, Zahneingriff, Motorbereich, Reglerreserve und Herstellerfreigaben müssen passen.

Die umgekehrte Rechnung hilft bei einem Zielwert: Benötigte Untersetzung = Motordrehzahl × Lastfaktor ÷ gewünschte Rotorkopf-Drehzahl. Das Ergebnis lässt sich anschließend mit real erhältlichen Ritzeln und Hauptzahnrädern vergleichen. Zwischen zwei rechnerisch möglichen Kombinationen ist die mechanisch freigegebene und thermisch belastbare Variante maßgeblich.

Ziel-Drehzahl rückwärts berechnen

Wer eine vom Hersteller freigegebene Ziel-Drehzahl erreichen möchte, kann die Formel nach dem Ritzel umstellen. Zuerst wird die benötigte Untersetzung berechnet. Danach gilt näherungsweise: Ritzelzähne = Hauptzahnradzähne ÷ benötigte Untersetzung. Das Ergebnis wird nicht auf eine beliebige ganze Zahl gerundet, sondern mit den tatsächlich erhältlichen und für die Mechanik zugelassenen Ritzeln verglichen.

Ein Beispiel: Der Motor erreicht nach dem gewählten Lastfaktor rechnerisch 22.644 U/min, die gewünschte Kopfdrehzahl beträgt 2.100 U/min. Benötigt wird damit eine Untersetzung von etwa 10,78 : 1. Bei einem Hauptzahnrad mit 112 Zähnen ergäbe die Rückrechnung 10,39 Ritzelzähne. Da es kein Ritzel mit 10,39 Zähnen gibt, werden die zulässigen Varianten mit 10 und 11 Zähnen separat berechnet und anschließend hinsichtlich Drehzahl, Zahneingriff und Antriebsbelastung geprüft.

Eine größere rechnerische Kopfdrehzahl ist nicht automatisch besser. Eine niedrigere, zum Modell passende Drehzahl kann ruhiger und effizienter sein; zu niedrige Werte können dagegen Regelreserve und Heckwirkung vermindern. Zielwert, Übersetzung und Governor-Einstellung müssen deshalb als gemeinsames Antriebskonzept betrachtet werden.

Rotorkopf-Drehzahl sicher einordnen

Es gibt keine universell richtige Drehzahl für alle Modellhelikopter. Rotordurchmesser, Blattlänge, Blattfreigabe, Rotorkopf, Heckwirkung, Modellgewicht und Einsatz als Trainer, 3D- oder Scale-Helikopter bestimmen den zulässigen Bereich. Der Rechner darf niemals dazu verwendet werden, eine Herstellergrenze zu überschreiten. Die Seite Rotorkopf-Drehzahlen nach Helikoptergröße erklärt die Zusammenhänge; die konkrete Freigabe von Modell- und Rotorblatthersteller bleibt verbindlich.

Vor einem Probelauf werden Rotorblätter, Blattbolzen, Hauptzahnrad, Ritzelbefestigung, Motorlagerung und Reglerprogrammierung geprüft. Änderungen an Übersetzung oder Governor-Sollwert erfolgen schrittweise. Ungewöhnliche Geräusche, Vibrationen, starke Erwärmung oder einbrechende Drehzahl sind Gründe, den Betrieb abzubrechen und den Antrieb zu kontrollieren.

Drehzahl n und Drehfrequenz berechnen

Die Drehzahl n wird im Modellbau meist in Umdrehungen pro Minute angegeben. Die Drehfrequenz f beschreibt dagegen die Umdrehungen pro Sekunde und wird in Hertz angegeben. Die Umrechnung lautet: f = n ÷ 60. Eine Rotorkopf-Drehzahl von 2.400 U/min entspricht somit einer Drehfrequenz von 40 Hz. Umgekehrt gilt n = f × 60.

Diese Umrechnung verändert nicht die Getriebeübersetzung und sagt allein nichts über die sichere Rotordrehzahl aus. Sie ist hilfreich, wenn Messgeräte, Schwingungsanalysen oder technische Daten statt U/min eine Frequenz nennen. Bei einem mehrblättrigen Rotor kann die Blattpassierfrequenz höher liegen als die reine Drehfrequenz: Sie ergibt sich aus Drehfrequenz × Anzahl der Rotorblätter. Für zwei Blätter und 40 Hz Rotordrehfrequenz beträgt sie beispielsweise 80 Hz.

Häufige Fragen zum Drehzahlrechner

Ist die berechnete Rotorkopf-Drehzahl exakt?

Nein. Sie ist eine nachvollziehbare Schätzung aus Kennwerten und Lastfaktor. Für die tatsächliche Drehzahl ist eine Messung am korrekt aufgebauten Modell erforderlich.

Warum ist ein Lastfaktor voreingestellt?

Die kV-Rechnung beschreibt zunächst die theoretische Leerlaufdrehzahl. Der Lastfaktor fasst Spannungseinbruch und Verluste zu einer transparenten Annäherung zusammen. Er ersetzt kein Motor- oder Antriebsmodell.

Kann ich einen Verbrennungsmotor berechnen?

Bei bekannter Motordrehzahl kann die Getriebeformel unabhängig vom Antriebstyp verwendet werden. Dieses Formular ist jedoch auf Elektromotoren mit kV-Angabe und Akku ausgelegt.

Was ist bei zwei Getriebestufen zu tun?

Dann werden beide Einzeluntersetzungen miteinander multipliziert. Dafür gibt es den getrennten Getriebe-Rechner für mehrstufige Übersetzungen.