Wie fliege ich meinen RC- Helikopter?
...alles reine übungssache!

RC-Helikopter, die Steuerfunktionen Nick Roll Pitch Gier
Auf dieser Seite:

Was sind die Helikopter Steuerfunktionen

So wie man sich vor der ersten Autofahrt mit den verschiedenen Funktionen wie Beschleunigen, Bremsen und Lenken vertraut macht, so solltest Du Dich auch vor dem ersten Flug mit einem Modellhelikopter ausreichend mit den Steuerfunktionen befassen. Bedenke jedoch: Mit einem Auto kannst Du anhalten wenn es brenzlig wird - mit einem Heli musst Du noch landen!

Vergleicht man das Fliegen und ganz im Speziellen das Helikopter fliegen mit dem Autofahren, dann werden die wichtigsten Unterschiede wahrscheinlich gleich auffallen. Natürlich fährt ein Auto meistens vorwärts. Mit dem Rückwärtsfahren haben schon viele Ihre Probleme. Seitwärts fahren ist gar nicht möglich - und in der "Dritten Dimension" braucht ein Autofahrer gar nicht zu denken.



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Das ist auch der Grund, warum die Helikopterfliegerei als die Königsklasse im Modellsport bezeichnet wird. Flächenmodelle zu fliegen, erfordert sehr viel an Geschick und Können, sowie viel Ehrgeiz und Übung. Das Modellheli- Fliegen setzt dem jedoch die Krone auf, denn alle Flugmanöver, die beim Flächenmodell im Vorwärtsflug absolviert werden, kann man beim Helikopter auch im Rückwärtsflug absolvieren, oder im Stand/ Schwebflug. Dazu kommen eine ganze Reihe von Flugfiguren und Eigenheiten, die beim Flächenmodell nicht durchführbar sind bzw. keinerlei Relevanz haben.


Die dritte Dimension

Um ein Helikopter-Modell dreidimensional im Raum bewegen zu können, müssen Modellhelipiloten sich stets geistig in das Cockpit versetzen können, um die richtigen Steuerbefehle auszuführen, denn diese unterscheiden sich natürlich je nach Fluglage und Position.
Hier nur ein simples Beispiel: Um den Helikopter in der Normalfluglage steigen zu lassen, drückt man den Pitchhebel nach vorn und der Heli steigt. Fliegt man jedoch in Rückenfluglage, dann würde das nach vorn schieben des Pitchhebels kein Steigen, sondern ein Sinken des Helis bewirken. Um Bewegungen eindeutig unterscheiden zu können, bedient man sich der Achsen um die sich ein Helikopter bewegen kann.


Die Steuer- Achsen eines Helikopters

Heli Achsen

Die im Folgenden beschriebenen Steuerfunktionen basieren auf Bewegungen um die Achsen des Helikopters. Diese Achsen sind:

die Längsachse, die Querachse und die Hochachse.


RC Steuermode 2 - Beschreibung

An einem üblichen Fernsteuersender für RC Modelle befinden sich zwei Steuerhebel für die Haupt- Steuerfunktionen. Die Belegung dieser beiden Hebel (auch Steuerknüppel genannt) mit den Steuerfunktionen, ist individuell anpassbar.

Der logisch sinnvollste Steuermode zum Helifliegen ist der Mode 2 !

Es gibt Heliflieger, die fliegen in anderen Steuermodi als in Mode 2, und es gibt auch Heliflieger, die haben eine ganz individuelle Belegung der Knüppel am Sender. Die Logik erklärt jedoch, dass Mode 2 wesentliche Vorteile bietet, da der Helikopter nur mit dem rechten Steuerknüppel "balanciert" wird, während der linke Steuerknüppel Gas/Pitch und das Heck steuert.

Für Anfänger ist es deshalb sehr ratsam direkt im Steuermodus 2 einzusteigen. Für Umsteiger von Flächenmodellen auf Helikopter muss man sehen, wie sehr die Steuer- Gewohnheiten von der Fläche sich auf die Motorik beim Steuern des Helikopters auswirken.

Fest steht auch, dass es sehr schwer ist, von einem Steuermodus auf einen anderen zu wechseln, da ein einmal erlerntes und eingeprägtes Steuerverhalten so schnell nicht abgelegt werden kann.


Knüppelbelegung im Steuermodus 2

Sender Steuermode 2

Es gibt die Steuermodi 1 bis 4. Alle Steuermodi sind hier im Kapitel " Sender allgemein Steuermodi nochmal genau beschrieben.


Die Steuerfunktionen im Einzelnen


Nick - (engl. Elevator)

Bewegung des Helikopters um die Querachse, der Helikopter 'nickt'

Nick nach vorn (Nick geben)

nick nase runter
sender nick geben

'Nick geben' bedeutet Nase des Helikopters nach unten.


Nick nach hinten (Nick ziehen)

nick nase hoch
sender nick ziehen

'Nick ziehen' bedeutet Nase des Helikopters nach oben ziehen.


Roll - (engl. Aileron)

Drehen des Helikopters um die Längsachse, der Helikopter 'rollt' links oder rechts


Roll nach links

roll links
sender roll links

'Roll links' bedeutet kippen nach links (Bild: Helikopter von hinten gesehen)


Roll nach rechts

roll rechts
sender roll rechts


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'Roll rechts' bedeutet kippen nach rechts (Bild: Helikopter von hinten gesehen)

Roll und Nick Funktion steuern den Zyklischen Pitch. Sie haben also auch Einfluss auf die Anstellwinkel der Rotorblätter. Im Steuer- Mode2 liegen Roll und Nick Funktion auf dem rechten Steuerhebel.


Gear/ Heck

Rotationsbewegung um die Hochachse, der Helikopter dreht den Kopf nach links oder rechts
Das Drehen um die Hochachse wird mit dem Heckrotor kontrolliert. Dennoch bezieht sich die Bezeichnung links oder rechts auf die Bewegung der Helikopter- Nase!

Drehung nach rechts (Steuerknüppel nach rechts = Nase des Heli nach rechts)

roll rechts
sender roll rechts

'Gear rechts' bedeutet Drehen des Helikopters mit dem Uhrzeigersinn. (Bild: Heli von oben gesehen)


Drehung nach links (Steuerknüppel nach links = Nase des Heli nach links)

roll rechts
sender roll rechts

'Gear links bedeutet Drehen des Helikopters entgegen dem Uhrzeigersinn. (Bild: Helikopter von oben gesehen)


Pitch, kollektiv

Translationsbewegung bzw. Verlagern des Helikopters entlang der Hochachse.

Pitch positiv

roll rechts
sender roll rechts

'Pitch geben' bedeutet steigen des Helikopters in Normalfluglage. Man spricht auch von positiv Pitch, da der Blattanstellwinkel im positiven Bereich liegt.


Pitch negativ

roll rechts
sender roll rechts

'Pitch ziehen' bedeutet senken des Helikopters in Normalfluglage. Man spricht auch von negativ Pitch, da der Blattanstellwinkel im negativen Bereich liegt.

Mit Pitch, gemeint ist hier Kollektivpitch - steuert man den Anstellwinkel aller Rotorblätter zusammen im 'Kollektiv' und kontrolliert so den Auftrieb des Helis im Schwebflug. Pitch liegt im Mode2 auf dem linken Steuerhebel. Steuerhebel nach oben bedeutet "mehr positiv Pitch", was uns in normaler Schwebfluglage mehr Auftrieb verschafft.

Mehr über die aerodynamischen Vorgänge am Rotorblatt und den Blattanstellwinkel findest Du unter Aerodynamik am Modellhelikopter


Die verschiedenen Fluglagen - Kraftwirkung beim Fliegen

Die Fluglage beschreibt die Lage des Helikopters beim Fliegen natürlich immer bezogen auf den Boden

Kraftresultierende beim Heli

Ein Heli benötigt zum Fliegen Kräfte, die ihn bewegen und die der Schwerkraft entgegenwirken. Eine dieser Kräfte nennt man Auftrieb. Um Auftrieb zu erzeugen muss man Energie in Auftriebskraft umsetzen. Das geschieht einzig mit dem Hauptrotor des Helikopters.

Um einen Helikopter im Schwebflug auf Höhe zu halten, genügt es, so viel Auftrieb zu erzeugen, dass die Schwerkraft Gewichtskraft des Heli ausgeglichen wird. Auftriebskraft und Schwerkraft heben sich gegenseitig auf und der Helikopter schwebt in der Luft.



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Um einen Helikopter in horizontaler Richtung bewegen zu können, muss man ihn daher neigen. Mit dem Helikopter neigt sich die Rotorebene und dadurch wird die Kraftrichtung verändert. Diese Neigung geschieht immer in der Richtung, in die der Helikopter dann auch fliegen soll. Umso stärker die Neigung ist, umso mehr Kraft wird in horizontale Bewegung umgesetzt, umso geringer wird dadurch jedoch auch die Auftriebskraft! Das bedeutet, dass beim Neigen des Heli eine Horizontalbewegung eingeleitet wird, die aus der Kraft des Rotors bezogen wird. Dadurch verringert sich der Auftrieb! Um nicht an Höhe zu verlieren, gibt man beim Neigen des Heli immer etwas Pitch oder Gas.

Im Bild links sind die Kräfte in Normalfluglage verdeutlicht. Gleiches gilt aber für alle Fluglagen. Die verschiedenen Farben kennzeichnen die unterschiedlichen Kräfte.


Normalfluglage

Schwebflug in Normalfluglage

roll rechts

Der Heli fliegt mit den Kufen zum Boden zeigend, der Rotor ist oben. Mit dem rechten Stick wird der Helikopter in der Waage gehalten.


Vorwärtsflug in Normalfluglage

roll rechts

Die Nase des Helikopters ist leicht nach unten geneigt, das verschafft dem Helikopter Auftrieb und gleichzeitig Vortrieb. Das erreicht man, ausgehend von Rückenschwebflug, durch einen kurzen Nickimpuls nach vorn (Nick geben).


Rückwärtsflug in Normalfluglage

roll rechts

Die Nase des Helis ist leicht nach oben geneigt, das verschafft dem Helikopter Auftrieb und gleichzeitig Rückwärtstrieb. Das erreicht man, ausgehend von Normalschwebflug, durch einen kurzen Nickimpuls nach hinten (Nick ziehen).


Rückenfluglage

Schwebflug in Rückenfluglage

roll rechts

Der Helikopter fliegt mit dem Rotor zum Boden zeigend, eben auf dem "Rücken". Dabei stehen die Rotorblätter im negativen Pitchbereich, sonst würde der Helikopter herunterfallen.

Vorwärtsflug in Rückenfluglage

roll rechts

Der Helikopter fliegt auf dem "Rücken". Dabei stehen die Rotorblätter im negativen Pitchbereich und die Nase ist leicht nach unten zum Boden geneigt. Das erreicht man, ausgehend von Rückenschwebflug, durch einen kurzen Nickimpuls nach hinten (Nick ziehen).

Rückwärtsflug in Rückenfluglage

roll rechts

Der Helikopter fliegt auf dem "Rücken". Dabei stehen die Rotorblätter im negativen Pitchbereich und die Nase ist leicht nach oben geneigt. Das erreicht man, ausgehend von Rückenschwebflug, durch einen kurzen Nickimpuls nach vorn (Nick geben).

Mit allen diesen Funktionen in Kombination ist unser Helikopter in jeder beliebigen Richtung steuerbar und kann im Gegensatz zum Flugzeug auch auf der Stelle schweben und Rückwärts und seitwärts fliegen.


Steuern ist reine Übungssache - Tipps zum Üben

Es gibt drei Möglichkeiten, das RC Helifliegen zu erlernen.

  1. Man besucht eine Flugschule

  2. Man lernt das Fliegen am Simulator

  3. Man bringt es sich selbst bei

Von der 3. Möglichkeit rate ich dringend ab! Denn es ist mit Abstand die teuerste, langfristigste und anstrengenste Möglichkeit, mit den geringsten Erfolgsaussichten.

Wer noch nie einen Modellhelikopter gesteuert hat, der sollte gewisse Grundregeln beim Lernen beachten:

Die beste und kostengünstigste Möglichkeit ist immer noch der Besuch einer Flugschule.

In einer Flugschule bekommt man Wissen vom echten Fachmann. Hier weiß man, auf was es ankommt und ist vertraut mit der neuesten Technik und dem Gesamtspektrum. Ein einziger Besuch einer guten Flugschule zahlt sich bereits aus!

Als Ergänzung zur Flugschule ist ein Flugsimulator oder die Hilfe eines versierten Modellpiloten anzuraten.

Ein Simulator hilft, wenn man nicht unnötig viel Lehrgeld in Form von Beschädigungen durch Abstürze bezahlen will. Als Ergänzung zum Besuch einer Flugschule ist ein SIM unbedingt zu empfehlen. Denn man muss nicht wegen jeder Flugübung eine Flugschule aufsuchen.

Den neuen Eiperle neXt Heli Flugsimulator gibts bei uns im Shop als Download- und CD- Version.




Sender allgemein Kanalbelegung Sender allgemein Steuermodi

Alle Rechte vorbehalten - Heli-Planet Modellbau und Flugschule - Peter Henning 2011-2017


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