Vor jedem Flug gilt: im Zweifel nicht starten

Für bemannte und unbemannte Fluggeräte gilt derselbe Grundsatz: Bestehen Zweifel an der Flugtüchtigkeit, wird nicht gestartet. Eine feste Reihenfolge verhindert, dass wichtige Prüfpunkte in der Vorfreude auf den Flug übersehen werden.

Gerade für Einsteiger ist eine ausgedruckte Checkliste sinnvoll. Mit zunehmender Erfahrung wird der Ablauf schneller, er darf aber nie zur oberflächlichen Routine werden.

Alle mechanischen Arbeiten erfolgen bei abgestecktem Flugakku. Vor elektrischen Funktionsprüfungen wird der Motor zusätzlich über Motor-Aus beziehungsweise Throttle Hold gesichert. Verlasse dich nicht allein auf die Initialisierungslogik des Reglers.

Mechanik und Befestigungen prüfen

Modellhelikopter bestehen aus vielen mechanischen Einzelteilen, die Verschleiß, Vibrationen und wechselnden Belastungen ausgesetzt sind. Elektrische und elektronische Fehler sind zudem nicht immer von außen erkennbar. Kontrolliere deshalb vor jedem Flug:

  • sichtbare Beschädigungen, Risse und Scheuerstellen,
  • lockere oder fehlende Schrauben und Bauteile,
  • gerade Gestänge sowie leichtgängige Gelenke ohne unzulässiges Spiel,
  • intakte Zahnräder und einen frei drehenden Antriebsstrang,
  • Riemenspannung und Heckantrieb,
  • sicher befestigte Haupt- und Heckrotorblätter,
  • Steckverbindungen, Kabel und sichere Akkuhalterung sowie
  • ausreichend geladene Antriebs- und Empfängerstromversorgung.

Vorflugkontrolle an Rotorkopf und Taumelscheibe

Kontrollpunkte an der Taumelscheibe eines Modellhelikopters
Wichtige Kontrollpunkte an Taumelscheibe und Rotorkopf

Allein an Taumelscheibe und Rotorkopf liegen zahlreiche sicherheitsrelevante Verbindungen. Prüfe Kugelköpfe, Gestänge, Blatthalter, Anlenkungen, Zentralstück und die Befestigung der Rotorblätter. Teile werden dabei nicht nur angesehen, sondern vorsichtig auf festen Sitz, Leichtgängigkeit und Spiel geprüft.

Elektronik kontrolliert einschalten

Stelle den Heli standsicher auf, prüfe das Bodenspiel des Heckrotors und richte die Rotorblätter aus. Wähle am Sender das richtige Modell und aktiviere Motor-Aus beziehungsweise Throttle Hold. Erst danach wird die Stromversorgung eingeschaltet.

Bewege den Heli während der Initialisierung von Flybarless-System und Kreisel nicht. Warte auf die eindeutige Betriebsbereitschaft aller Systeme. Stimmen Anzeige, BEC- beziehungsweise Akkuspannung oder Initialisierung nicht, bleibt der Motor aus und die Ursache wird geklärt.

Funktionskontrolle bei stehendem Motor

  • Steht die Taumelscheibe waagerecht?
  • Werden Pitch, Nick, Roll und Heck in der richtigen Richtung umgesetzt?
  • Reagiert der Heckkreisel auf Schwenkbewegungen in der richtigen Wirkrichtung?
  • Reagiert das Flybarless-System korrekt auf Kippbewegungen?
  • Arbeiten alle Servos ruhig und ohne ungewöhnliche Geräusche?
  • Sind alle Anlenkgestänge nach Transport und Aufbau sicher eingehängt?

Ein direkt am Empfänger angeschlossener Regler kann unter Umständen anlaufen, obwohl das Flybarless-System noch nicht betriebsbereit ist. Gerade deshalb müssen Motor-Aus, Initialisierung und Steuerfunktionen als getrennte Prüfpunkte behandelt werden.

Laufkontrolle am Boden und Beobachtung beim Abheben

Erst nach bestandener Standkontrolle folgt die Laufkontrolle mit ausreichendem Sicherheitsabstand. Achte auf ungewöhnliche Geräusche, Vibrationen, Zucken, einen fehlerhaften Blattspurlauf oder unerwartete Reaktionen. Bei jeder Auffälligkeit wird sofort gelandet, der Motor abgestellt und der Heli erneut kontrolliert.

Eine Vorflugkontrolle dauert nur wenige Minuten. Sie verhindert nicht jeden Defekt, reduziert aber das Risiko, dass ein lockeres Teil, eine falsche Modellauswahl, ein ausgehängtes Gestänge oder eine fehlerhafte Initialisierung erst in der Luft bemerkt wird.

Zur nächsten Kontrolle: Schwerpunkt des RC-Helikopters prüfen