Das Bavarian Demon 3SX ist ein Flybarless-System der X-Series für RC-Helikopter. Es verbindet die Stabilisierung von Rotorkopf und Heck mit Horizont- und Rettungsmodi. Das verwandte 3X besitzt dieselbe grundlegende Flybarless-Architektur, aber keine Horizont- oder Rettungsfunktion. Wer heute ein 3SX sucht, besitzt häufig bereits ein älteres Gerät oder erwägt einen Gebrauchtkauf. Deshalb sind Gerätekennung, Firmware, Software-Kompatibilität und ein vollständig überprüftes Setup wichtiger als frühere Verkaufsversprechen.
Ist das Bavarian Demon 3SX noch aktuell?
Die aktuelle Produktübersicht des Herstellers führt für Modellhelikopter das 3X und eine neuere Rettungsplattform. Das 3SX erscheint dort nicht mehr als eigenes aktuelles Produkt, seine X-Series-Anleitung sowie Software und Firmware stehen im Supportbereich jedoch weiterhin bereit. Daraus folgt: Ein vorhandenes 3SX kann weiterhin dokumentiert und eingerichtet werden, sollte aber als Bestands- beziehungsweise Gebrauchtgerät bewertet werden. Vor einem Kauf werden Verfügbarkeit von Support, Betriebssystem-Kompatibilität und Ersatzlösung geprüft.
Die ältere Bezeichnung HC3-SX beziehungsweise HeliCommand 3SX gehört zur Produktgeschichte. Ähnlichkeit des Namens allein beweist bei einem gebrauchten Gerät jedoch weder Hardwarestand noch Firmware. Entscheidend sind Typenschild, Gehäuse, Anschlüsse und die vom Gerät ausgelesene Version.
3X, 3SX und aktuelle Plattform im Vergleich
| System | Einordnung | Rettung / Horizont | Einrichtung |
|---|---|---|---|
| 3X | X-Series-Flybarless-System für Heck und Rotorkopf | Nein | USB und X-Series-PC-Software |
| 3SX | X-Series mit zusätzlichen Horizont-, Rettungs- und Tandemfunktionen | Ja, abhängig von korrektem Setup und gewähltem Modus | USB und X-Series-PC-Software |
| Aktuelle Plattform | Umfangreicheres System mit modernerer Hardware | Ja, mehrere Horizont- und Rettungsmodi | Windows oder macOS; optional App per B-Modul sowie JETI-Integration |
Die aktuelle Plattform ist nicht nur ein umbenanntes 3SX. Der Hersteller nennt unter anderem drei Parametersätze, Vibrationsanalyse, integrierten Governor und zusätzliche serielle Empfängerprotokolle. Einstellungen oder Anschlussbilder dürfen deshalb nicht zwischen den Systemen übertragen werden.

Was kann das 3SX?
Laut X-Series-Handbuch stabilisiert das 3SX Taumelscheibe und Heck eines paddellosen Helikopters und unterstützt auch den Einsatz an Paddelhelikoptern. Die Anleitung nennt übliche Analog-, Digital- und Narrow-Pulse-Servos, mehrere Taumelscheibentypen, Futaba S.BUS sowie unterschiedliche Summensignale. Welche Kombination am konkreten Gerät funktioniert, wird trotzdem ausschließlich nach dem Anschlussplan und dem tatsächlichen Softwarestand festgelegt.
Die Besonderheit des 3SX ist das Horizont-Menü. Je nach ausgewählter Option kann das System eine Normal- oder Rückenlage ansteuern und in bestimmten Rettungsmodi zusätzlich Pitch ausgeben. Außerdem enthält es eine Tandem-Mischerfunktion. Diese Funktionen sind keine universelle Absturzgarantie: Das Handbuch verlangt unter anderem korrekte Pitchwege, mechanisch null Grad Blattwinkel an der diagnostizierten Neutralposition, richtige Signalrichtung und eine zum Modell passende Konfiguration.
Bavarian Demon 3SX sicher einrichten
- Gerät identifizieren: Typ, Anschlüsse, bisherige Verwendung und Firmware dokumentieren. Beim Gebrauchtkauf nicht nur der Gehäuseaufschrift vertrauen.
- Software beschaffen: Nur die offizielle X-Series-Software und die zur Hardware passende Anleitung verwenden. Die Software der aktuellen Plattform ist kein Ersatz für das 3SX-Setup.
- Konfiguration sichern: Vor Firmwareänderung oder Neuaufbau vorhandene Werte und Kanalzuordnungen vollständig dokumentieren.
- Mechanik prüfen: Gestänge, Taumelscheibe, Servohörner, Blattwinkel, Heckanlenkung und Leichtgängigkeit zuerst mechanisch korrekt einstellen.
- Strom und Servodaten abgleichen: Spannungsversorgung, Mittenimpuls und Frequenz müssen zu Empfänger und Servos passen. Fremde Modellwerte nicht übernehmen.
- Empfänger und Kanäle zuordnen: Eingangsprotokoll, Gasdurchleitung und Zusatzkanäle anhand des offiziellen Anschlussbilds festlegen.
- Steuer- und Sensorwirkung getrennt testen: Erst Knüppelrichtungen, dann die entgegengesetzte Korrektur des Systems bei manueller Bewegung des Helikopters prüfen.
- Horizont und Rettung konfigurieren: Modus, Schalter, Pitchwirkung und Empfindlichkeit exakt nach Handbuch einstellen. Die Reaktion wird zunächst mit sicher deaktiviertem Antrieb kontrolliert.
- Failsafe prüfen: Sender, Empfänger, 3SX und Regler als vollständige Signalkette testen. Eine Rettungsfunktion ersetzt kein korrektes Failsafe.
- Erstflug vorsichtig durchführen: Zunächst die normale Flybarless-Regelung erfliegen. Rettung erst mit ausreichender Höhe, sicherer Schalterzuordnung und vollständig plausibler Reaktion erproben.
Rettungsfunktion: Grenzen und typische Fehler
Eine Rettung kann nur richtig arbeiten, wenn Einbaulage, Sensorwirkung, Neutralpunkt, Pitchrichtung und Kanalwert stimmen. Das X-Series-Handbuch warnt davor, die 3D-Horizontmodi nach dem Einschalten mit stark geneigtem Modell zu verwenden, und beschreibt unterschiedliche Modi für Normalflug, Rückenflug und automatische Pitchzugabe. Ein kopierter Schalterwert aus einem fremden Sender ist daher keine sichere Einrichtung.
- Rettung und Horizontmodus werden verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Pitch- und Lagewirkungen besitzen können.
- Der Sender zeigt einen Prozentwert, der ohne Diagnoseansicht des 3SX als Gerätewert interpretiert wird.
- Nach Bindung, Softwarewechsel oder Umbau wird die Sensor- und Pitchwirkung nicht erneut geprüft.
- Vibrationen, lose Kabel oder eine ungeeignete Montagefläche beeinflussen die Sensorik.
- Der erste Rettungstest erfolgt zu niedrig oder ohne ausreichend freien Flugraum.

3SX gebraucht kaufen: Prüfliste
- Exakte Gerätebezeichnung und Serien- beziehungsweise Hardwarestand fotografieren lassen.
- Nach Absturz, Feuchtigkeit, Gehäuseschaden, beschädigten Buchsen und Reparaturen fragen.
- USB-Verbindung, Auslesbarkeit und vorhandene Firmware vor dem Einbau prüfen.
- Vollständigen Kabelbaum, USB-Kabel und geeignetes Montagematerial berücksichtigen.
- Keine unbekannte Konfiguration weiterverwenden; das System passend zum eigenen Modell neu einrichten.
- Den Preis mit einer aktuell unterstützten Plattform oder anderen FBL-Systemen samt Rettungsfunktion vergleichen.
Für ein Scale-Modell kann ein funktionierendes 3SX weiterhin interessant sein. Bei einem Neuaufbau zählen jedoch nicht nur Anschaffungskosten, sondern auch verfügbare Software, Support und die Möglichkeit, die gesamte Signalkette zuverlässig zu testen.
Anleitung, Software und Firmware
Die offizielle deutsche X-Series-Anleitung beschreibt 3X und 3SX einschließlich Anschluss, Einfliegen, RealTime-Tuning, Horizontmodi und Rettung. Im offiziellen Softwarebereich steht die X-Series-Software V6.61 weiterhin bereit; die dort dokumentierte Veröffentlichung stammt vom 29. April 2016. Der Firmwarebereich nennt für die X-Series Firmware V203 vom 28. April 2016. Diese Versionsdaten werden vor dem Einsatz mit dem konkreten Gerät abgeglichen.
Das separat weiterhin geführte 3X besitzt laut aktueller Übersicht keine Rettungs- oder Horizontfunktion. Wer eine heute angebotene Rettungsplattform auswählt, prüft deren eigene Dokumentation getrennt vom X-Series-Handbuch.

Historische Heli-Planet-Einordnung: 4,5 von 5 Sternen. Die Bewertung bezieht sich auf die damalige Praxiserfahrung mit Stabilisierung und Rettungsfunktion. Für eine heutige Kaufentscheidung werden Alter, Zustand, Software-Kompatibilität und Support zusätzlich berücksichtigt.
